Technical Information

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Genehmigungsverfahren

Der Bremsbelag gehört als wesentliches Konstruktionsteil des Bremssystems zu den Sicherheitsteilen eines Fahrzeugs. Aus diesem Grund sind Bremsbeläge den gesetzlichen Vorschriften unterworfen und bedürfen einer verkehrsrechtlichen Genehmigung. Wenn ein Fahrzeug erstmalig zum Verkehr zugelassen werden soll, muss es ebenfalls zunächst eine Betriebserlaubnis erhalten. Dies geschieht in der Regel über eine ALLGEMEINE BETRIEBSERLAUBNIS (ABE) gemäß § 20 StVZO, die dem Fahrzeughersteller vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erteilt wird. Die Typprüfstelle einer unabhängigen technischen Prüfstelle (z.B.TÜV) prüft zuvor die Einhaltung aller gesetzlichen Anforderungen an diesen Fahrzeugtyp. Die geprüften Bremsbeläge sind im Typgutachten aufgeführt und sind somit für die Verwendung in Fahrzeugen dieses Typs genehmigt. Fahrzeuge, die in kleinen Stückzahlen produziert werden, werden im Einzelverfahren gemäß § 21 StVZO genehmigt. Dazu müssen sie bei einer Prüfstelle zur Überprüfung vorgestellt werden. Als Prüfgrundlagen gelten dieselben Vorschriften wie bei einer Typprüfung. Der bei der Abnahme eingebaute Belagtyp ist für dieses Fahrzeug genehmigt.

Bremsbelagwechsel

Wird nach einer gewissen Laufzeit des Fahrzeuges ein Bremsbelagwechsel fällig, so darf nicht irgendein Belag, der in die Bremse passt, eingebaut werden. Der § 19, Absatz 2, StVZO besagt sinngemäß, dass die Betriebserlaubnis eines Fahrzeuges erlischt, wenn bestimmte Teile verändert werden oder nicht genehmigte Ersatzteile verwendet werden. Im Besonderen gehören Bremsbeläge zu diesen genehmigungspflichtigen Teilen. Wenn Orginal-Ersatzteile (OES) des Fahrzeugherstellers verwendet werden, bleibt die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs bestehen, da diese Teile zugelassen sind. Original-Bremsbeläge sind mit dem Markenzeichen des Fahrzeugherstellers und in der Regel mit der Typbezeichnung des Bremsbelages gekennzeichnet. Ein amtliches Prüfzeichen oder eine Genehmigungsnummer tragen diese OE-Beläge i.d.R. nicht. Wenn Zweifel bestehen, ob ein bestimmter Bremsbelag als Original-Ersatzteil für ein Fahrzeug genehmigt ist, kann der Fahrzeughersteller oder ggf. der TÜV befragt werden. Im Fahrzeugbrief sind genehmigte Bremsbeläge nicht vermerkt.

Genehmigung von Bremsbelägen über eine Teile-ABE (Allgemeine Betriebs-Erlaubnis)

Eine alternative Möglichkeit der Genehmigung von Bremsbelägen bietet der § 22 StVZO. Der Hersteller des Bremsbelages kann eine allgemeine Betriebserlaubnis für einen Bremsbelag (Reibmaterial und Abmessung werden festgelegt) zur Verwendung in bestimmten Fahrzeugen erlangen. Hierzu werden wiederum Prüfungen auf der Basis derselben Vorschriften durch den technischen Dienst vorgenommen, die auch bei einer Fahrzeugtypprüfung angewendet werden. D.h. diese geprüften Ersatzbeläge erfüllen die gleichen Sicherheitsanforderungen wie Originalbeläge. Bremsbeläge mit Teile-ABE sind wie folgt gekennzeichnet:

  • Hersteller oder Herstellerzeichen (des Belagherstellers)
  • Typ (Bezeichnung des Reibmaterials)
  • Belagnummer (i.d.R. die sog. WVA-Nummer)
  • Typzeichen (die KBA-Nummer)

Die Kennzeichnung (gestempelt oder geprägt) ist bei Scheibenbremsbelägen auf der Rückenplatte und bei Trommelbremsbelägen am Rand und/oder auf der Rückseite zu finden.Die Verpackung enthält einen Hinweis, für welche Fahrzeugtypen der Belag genehmigt ist. Auf einem Beipackzettel befindet sich eine Einbauanleitung, die insbesondere bei Selbsteinbau sehr genau beachtet werden muss.

Bei Sicherheitsteilen, und dies sind Bremsbeläge, sollte nur bei entsprechender Fachkenntnis der Selbsteinbau vorgenommen werden.

Informationen zur Teile-Homologation für Austauschbremsbeläge nach der ECE-Regelung Nr. 90

Im Herbst 1992 wurde die durch eine ECE-Arbeitsgruppe entworfene ECE-Regelung Nr. 90 offiziell veröffentlicht. Diese Regelung ist gültig für den Austausch von Scheibenbremsbelägen und Komplettbacken und ggf. Trommelbremsbeläge für Fahrzeuge > 3,5t.

ECE-Regelungen werden von den Anwenderstaaten, das sind EU-Staaten und andere europäische Staaten (z.B. Osteuropa), freiwillig anerkannt und in das nationale Recht umgesetzt. Grundsätzlich ist die Regelung vergleichbar mit bis dahin von uns erlangten KBA-Freigaben nach § 22 StVZO. Sowohl das Erlangen einer ECE-Genehmigung als auch einer KBA-Nr. bewirken für die jeweiligen Beläge eine rechtliche Absicherung für den Kunden und Lieferanten. D.h. durch die Genehmigung wird sichergestellt, dass das Fahrzeug beim Belageinbau seine Zulassung nicht verliert.

Die genehmigten Beläge sind Produkten aus Vertragswerkstätten rechtlich gleichgestellt. Da die ECE-Regelung entgegen der KBA-Freigabe (nur für den deutschen Raum) europaweit genutzt werden kann, hat die TMD Friction GmbH ab Mitte 1993 nur noch nach ECE-Richtlinien geprüft. So wurde die allererste ECEGenehmigung am 19.07.93 mit der Nr. E4-90R-00001/001 uns zugeteilt.

Von noch größerer Bedeutung für den Ersatzteilmarkt ist die teilweise Übernahme der ECE-Regelung 90 in das EURecht, was mit der Richtlinie 98/12/EC vom 27. 01. 98 geschehen ist. Darin wird verfügt, dass ab dem 31.03.2001 Austauschbremsbeläge für Fahrzeuge, die nach dem Stand dieser EU-Richtlinie typgeprüft worden sind, eine rechtliche Genehmigung gemäß den Anforderungen des Anhangs XV dieser Richtlinie haben müssen. Ab dem 18.11.2012 auch für Fahrzeuge > 3,5t erforderlich.

Somit sind die Belaghersteller verpflichtet alle betreffenden Beläge zu homologieren. Ansonsten ist ein Verkauf für Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr nicht zulässig. Grundsätzlich wird die Homologation bei der TMD Friction GmbH als Bestandteil einer Produktneuaufnahme betrachtet.

Die ECE-R 90-Anforderungen sind ein guter Standard. Aber sie sind uns nicht genug. Deshalb entwickeln wir von TEXTAR unsere Beläge weit darüber hinaus. Erst wenn ein Belag zusätzlich unsere selbst gesteckten Kriterien erfüllt, geben wir ihn für den Markt frei. Das Ergebnis sind hochqualitative Bremsbeläge, die alle gesetzlichen Normen übererfüllen und eigene Standards definieren.

BremsleistungECE-R90TMD
Nominaler Reibwert
Geschwindigkeitsempfindlichkeit
Heissreibwert
Statischer Reibwert (Feststellbremse)
AMS Bremswege
Hochgeschwindigkeitsfading
Kaltreibwert
Reibwert Stabilität
KomfortECE-R90TMD
NVH
Pedalgefühl
Bremsen Rückmeldung
Emmissionen (Umwelt)
Physikalische TestsECE-R90TMD
Kompressibilität (Heiss und Kalt)
Scherfestigkeit
Belagwachsen
Korrosion (Haftung)
Lackbeständigkeit
Wärmedurchgang
LebensdauerECE-R90TMD
Belaglebensdauer
Scheibenlebendauer
Scheibenrissverhalten