Technische Informationen

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Korrosionsschutz

Guss-Werkstoffe sind aufgrund ihrer Materialstruktur sehr anfällig für Korrosionsbildung. Sind Guss-Bremsscheiben ungünstigen Bedingungen wie Nebel, hoher Luftfeuchtigkeit, Spritzwasser, Streusalz oder auch aggressiven Felgenreinigern ausgesetzt, dann neigen sie bereits nach kurzer Zeit dazu. Dieses Verhalten ist produktionstechnisch nicht zu verhindern und stellt somit keinen Qualitätsmangel oder Reklamationsgrund dar. Nach Abschluss von Produktionsprozess und Qualitätskontrolle werden Bremsscheiben für den Transport und die anschließende Lagerung vorbeugend mit einem Korrosionsschutz versehen. Hierzu gibt es unterschiedliche Verfahren:

Behandlung der Bremsscheibe mit Korrosionsschutzöl

Die Bremsscheibe wird mit einem Korrosionsschutzöl benetzt und in einer Kunststofffolie verpackt. Sie muss in der Werkstatt vor der Montage mit Lösemittel (Bremsenreiniger) gereinigt werden. Der Nachteil der Behandlung liegt darin, dass die komplette Bremsscheibe nach der Entfernung des Öls den oben aufgeführten Einflüssen ungeschützt ausgesetzt ist. Der offenporige Grauguss der Bremsscheibe neigt dadurch bereits nach kurzer Zeit zur Bildung von Korrosion, was gerade bei Fahrzeugen mit offenen Aluminiumfelgen für einen unschönen Anblick sorgt. Wird das Korrosionsschutzöl nicht vollständig entfernt, dann kann es bei der ersten größeren Erwärmung der Bremsscheibe durch Verdampfen der Öl-Reste zu Geruchsbelästigung kommen.

Beschichtung der Bremsscheibe mit einer Zink-Aluminium-Mischung

Die Bremsscheibe wird mit einer Zink-Aluminium-Mischung beschichtet, die in einem Wärmeofen eingebrannt wird. Der so erzeugte Korrosionsschutz ist beständig u. a. gegen Streusalz, Bremsflüssigkeit und Kraftstoffe. Die Beschichtung bewirkt eine deutlich geringere Neigung zur Korrosionsbildung an den nicht zur Reibpaarung genutzten Bereichen der Bremsscheibe. Diese kann ohne Entfernung der Beschichtung montiert werden. Grobe Verschmutzungen auf der Bremsscheibe sind nach wie vor mit einem geeigneten Lösemittel zu entfernen.

Besondere Einfahrhinweise für beschichtete Bremsscheiben:

Nach der Montage der Bremse ist zwingend eine Probefahrt durchzuführen. Dabei wird die Beschichtung der Bremsscheiben durch Bremsungen entfernt. Anfangs kann es zu Schleif- und Schabegeräuschen kommen. Lassen diese Geräusche nach mehreren Bremsungen nicht nach, so ist die ordnungsgemäße Montage der Bremse unverzüglich zu prüfen. Im Rahmen der Probefahrt soll die Bremse bei niedriger Geschwindigkeit mehrfach leicht betätigt werden. Zwischen den Bremsungen ist eine mittlere Wegstrecke ungebremst zurückzulegen, damit das gelöste Beschichtungsmaterial (Staub) zwischen Bremsscheibe und Bremsbelag entweichen kann. Bei den Bremsungen zur Entfernung der Beschichtung soll die Bremse möglichst kühl bleiben. Wird sie zu heiß, kann sich das Beschichtungsmaterial plackenförmig im Bremsbelag absetzen. Diese ungewollten Ablagerungen sind aufgrund ihrer metallischen Zusammensetzung so hart, dass sie die Bremsscheibe beschädigen können (Riefenbildung). Zudem verursachen sie unter Umständen Quietschgeräusche.

UV-Lack-Beschichtung

Die Beschichtung bewirkt eine deutlich geringere Neigung zur Korrosionsbildung an den nicht zur Reibpaarung genutzten Bereichen der Bremsscheibe. Diese kann ohne Entfernung der Beschichtung montiert werden. Es wird eine Einlaufzeit von 300 km empfohlen.