Hinweise zur Wartung

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Bremsflüssigkeitswechsel

Für die meisten modernen Bremsanlagen werden synthetische Bremsflüssigkeiten verwendet, um den im Hauptbremszylinder erzeugten hydraulischen Druck zu den Bremssätteln und Bremszylindern zu übertragen. Die Eigenschaften von Bremsflüssigkeiten sind deshalb für die gesamte Bremsanlage von gravierender Bedeutung.

Im Zusammenhang mit Bremsflüssigkeiten ist tunlichst zu vermeiden, von „Bremsenöl“ zu sprechen, da schon geringste Verunreinigungen mit Öl die Gummiteile im Bremssystem zerstören und somit zum kompletten Ausfall der Bremsanlage führen können.

Die chemisch-physikalischen Eigenschaften von Bremsflüssigkeiten sind in der international gültigen Vorschrift SAE J 1703 (Society of Automotive Engineers) festgelegt. Diese Vorschrift gibt Kriterien vor, bezogen auf Siedepunkt, chemische Neutralität, Wasserverträglichkeit, Gummiquellung, Korrosion und Schmierfähigkeit, die nicht unter- bzw. überschritten werden dürfen. Ein ganz wichtiger Punkt der SAE-Vorschrift ist die Forderung nach der Mischbarkeit und Verträglichkeit der Bremsflüssigkeiten untereinander. Die Sicherheitsnorm FMVSS No. 116, vom amerikanischen Verkehrsministerium erarbeitet, für Bremsflüssigkeiten auf Glykol-Basis DOT 3 und DOT 4 auf die SAE-Vorschrift J1703 aufbauend, hat diese an Bedeutung noch übertroffen. Die für DOT 5 festgelegten Anforderungen gelten dabei für Bremsflüssigkeiten auf Silikon-Basis.

Unter der Norm DOT 5.1 gibt es auch konventionelle Bremsflüssigkeiten, die diese Anforderungen erfüllen und für besonders hohe Sicherheitsansprüche entwickelt wurden. Da DOT 5.1 Bremsflüssigkeiten kein Silikon enthalten, sind sie auch problemlos mit denen der gleichen Spezifikation (DOT 3, DOT 4 und DOT 5.1) mischbar.

1. BF-Normen

  • SAE J 1703/1704
  • ISO 4925
  • FMVSS 116
  • JIS K 2233

2. Erklärung der Normbezeichnungen

  • SAE: Society of Automotive Engineers
  • FMVSS: Federal Motor Vehicle Safety Standard
  • DOT: Department of Transportation
  • ISO: International Standardization Organization
  • JIS: Japanese Industrial Standard
Bremsflüssigkeitswechsel

Bremsflüssigkeits-Spezifikationen sollten fahrzeug bzw. bremsenspezifisch je nach Vorschrift und Freigabe durch den Fahrzeug- oder Systemhersteller verwendet werden. Um Anwendungsfehler zu vermeiden, empfiehlt sich die Erkundigung beim Fahrzeughersteller. Textar Pro ist eine DOT 4 Flüssigkeit (Klassifizierung ISO 4925 Class 6) , die auch bei niedrigsten Temperaturen eine geringe Viskosität aufweist. Sie ermöglicht eine höherer Sicherheit und schnelleres Ansprechen der Bremse bei Fahrzeugen mit ABS-, ASR- und ESP/DSC-Systemen.

Bremsflüssigkeiten
Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis sind hygroskopisch und reichern sich bereits in Verbindung mit der Atmosphäre immer mehr mit Wasser an. Diese Eigenschaft stellt sicher, dass sich die Wasseranteile in der Bremsflüssigkeit verteilen. Gleichzeitig kann kein isoliertes Wasser auftreten, das bei 0° C frieren und bei 100° C kochen kann. Aber schon geringster Wassergehalt lasst auch den Siedepunkt der Bremsflüssigkeit absinken.

Bremsflüssigkeitswechsel
Es ist daher zu empfehlen, die Bremsflüssigkeit jedes Jahr zu wechseln, spätestens jedoch nach zwei Jahren, unabhängig von der Kilometerleistung!
Hinweise auf gesundheitliche Gefahren beim Umgang mit Bremsflüssigkeiten sind zu beachten! Bremsflüssigkeit wirkt stark lösend und farbverändernd. Daher müssen Lackflächen, Schuhe oder Kleidung sofort mit reichlich Wasser abgespült werden.

Bremsflüssigkeitswechsel