TECHNISCHE INFORMATIONEN

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Bauarten

Massive Bremsscheibe

Ein massiver Reibring ist mit dem Bremsscheibentopf verbunden. Diese Bauart ist überwiegend auf Hinterachsen zu finden, zudem auf der Vorderachse von schwach motorisierten Fahrzeugen.

Belüftete Bremsscheibe

Die belüftete Bremsscheibe besteht aus zwei Reibringen, die entweder an der Außenseite (BILD 1) oder an der Innenseite (BILD 2) mit dem Bremsscheibentopf verbunden sind. Sie wird hauptsächlich auf der Vorderachse und zusätzlich bei hochmotorisierten Fahrzeugen auf der Hinterachse verbaut. Die beiden Reibring-Seiten sind durch Säulen (BILD 3) oder durch Stege (BILD 4) verbunden. Die Stege können radial vom Bremsscheibentopf zum Außenrand der Bremsscheibe verlaufen (BILD 5) oder aber turbinenartig (BILD 6) geformt sein. Bei letzterer Ausführung ist auf eine möglicherweise geforderte Einbauposition zu achten, die beispielsweise durch ein L oder ein R gekennzeichnet ist. Dank dem Raum zwischen den Reibring-Hälften kann im Fahrbetrieb Luft zirkulieren, was zu einer schnelleren Abkühlung der Bremsscheibe führt.

(BILD 1) AUSSENSEITE

(BILD 2) INNENSEITE

(BILD 3)

(BILD 4)

(BILD 5)

(BILD 6)

Gelochte Bremsscheibe:


Belüftete Bremsscheibe, bei der zusätzlich axiale Bohrungen durch die Reibring-Oberfläche zum Belüftungskanal in der Bremsscheibenmitte hin angebracht wurden. So kann Wasser, das sich bei Nassbremsungen auf dem Reibring befindet, besser abgeführt werden. Die Bremse erreicht bei Nassbremsungen schneller ihren optimalen Wirkungsgrad. Die Bohrungen in der Bremsscheibe verringern zudem die Folgen von Bremsfading, da die beim Bremsen entstehenden Gase durch sie entweichen können. Allerdings verursachen sie auch einen erhöhten Bremsbelagverschleiß und unter Umständen Komforteinbußen im Vergleich zu einer vollflächigen Bremsscheibe. Um die Wirkungsweise zu erhalten, sind im Rahmen von Wartungsarbeiten zugesetzte Bohrungen zu reinigen.

Geschlitzte Bremsscheibe:


Auch hier kann das Wasser bei einer Nassbremsung schneller vom Reibring abgeführt werden. Ebenfalls ist der optimale Wirkungsgrad schneller erreicht. Wie bei der gelochten Variante gilt es den erhöhten Bremsbelagverschleiß zu beachten.

Wave-Bremsscheibe:


Diese Bauart charakterisiert ihre wellenförmige Außenkante. Sie bietet vor allem optische Vorzüge und ist auch im Motorrad- und Fahrradsektor zu finden. Die Bremsbeläge unterliegen ebenfalls erhöhtem Verschleiß.

Zweiteilige Verbundbremsscheibe:


Der Bremsscheibentopf, der meistens aus Aluminium gefertigt ist, wird bei dieser Bremsscheibenart mit einem Reibring aus Grauguss gekoppelt. Beide Teile sind mechanisch durch Nieten oder Schrauben mit Federn verbunden. Der Einsatz von Aluminium senkt das Gewicht der Bremsscheibe deutlich, was wiederum zur Reduzierung der ungefederten Masse beiträgt. Die Verbindung des Reibrings mit Schrauben und Federn beeinflusst das Eigenschwingverhalten der Bremsscheibe positiv.

ACHTUNG: Die angegebene Mindestdicke (Min. Th.) – das absolute Verschleißendmaß – ist auf jeder Bremsscheibe angegeben. Dieses Maß darf nicht unterschritten werden.