Technische Informationen

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Schwimmrahmensattelbremse

Die Schwimmrahmenbremse hat gegenüber dem Festsattel folgende Vorteile:

  1. Verkleinerung des radseitigen Einbauraumbedarfs
  2. Dadurch wird ein negativer Lenkrollradius ermöglicht
  3. Es sind keine hoch belasteten Schraubenverbindungen (Dehnschrauben) erforderlich
  4. Gewichtsvorteil (z. B. nur ein Bremskolben)
  5. Geringere Erwärmung der Bremsflüssigkeit durch nur eine Kontaktfläche von Kolben und Bremsbelag

Die Schwimmrahmenbremse besteht aus folgenden Bauteilen:

  1. Zylindergehäuse inklusive Kolben und Dichtring
  2. Führungsfeder
  3. Rahmen
  4. Halter
  5. Bremsbeläge
  6. Belaghaltestifte
  7. Spreizfeder

Der Halter ist ebenso wie der Festsattel mit der Radaufhängung fest verschraubt. Er nimmt die Bremsbeläge auf und führt in zwei Nuten den Rahmen (Linienauflage, um Verschiebekräfte gering zu halten).

Die aus dem Bremsmoment resultierenden Umfangskräfte werden vom fest stehenden Halter aufgenommen. Der Schwimmrahmen überträgt somit nur die Zuspannkräfte. Im Gegensatz zum Festsattel hat der Schwimmrahmensattel nur einen hydraulischen Zylinder. Der Kolben wirkt unmittelbar auf die der Fahrzeugmitte zugewandten, inneren Bremsbeläge.

Sobald der Kolben durch den im Hauptzylinder aufgebauten hydraulischen Druck den Bremsbelag gegen die Bremsscheibe drückt und das Lüftspiel überwunden hat, beginnt sich das Zylindergehäuse entgegengesetzt zum Kolben gegen den Rahmen zu verschieben. Der Rahmen zieht nun den im Halter gelagerten äußeren Belag bei gleichzeitiger Überwindung des Lüftspiels gegen die umlaufende Bremsscheibe; in diesem Zustand sind alle Bremsbeläge in Bremsstellung.

Die Lüftspieleinstellung nach Beendigung des Bremsvorganges und die Nachstellung bei Belagverschleiß erfolgen in gleicher Weise wie beim Festsattel. Die Führungsfeder sorgt für ein

abgefedertes Aneinanderliegen von Rahmen und Halter und verhindert damit Geräusche. Der Belagwechsel kann wie beim Festsattel im eingebauten Zustand der Schwimmrahmensattelbremse vorgenommen werden.

Nach vorsichtigem Herausschlagen des unteren Belaghaltestiftes kann die Spreizfeder entnommen werden.Jetzt muss zuerst der kolbenseitige Bremsbelag herausgezogen werden. Um den rahmenseitigen Belag entnehmen zu können, muss der Rahmen mit Zylindergehäuse nach außen verschoben werden. Dadurch wird der Zapfen des Rahmens aus der Belagträgerplatte geschoben und der Bremsbelag kann aus dem Halterschacht herausgezogen werden. Schutzkappe (Staubmanschette) und Kolbenabsatzstellung sind, wie schon beim Festsattel beschrieben, zu kontrollieren.

Im Reparaturfall sind unbedingt die Anweisungen des Werkstatthandbuches und der Montageanleitung zu befolgen. Vor Einbau der neuen Bremsbeläge muss der Sattelkolben vorsichtig zurückgedrückt werden (Bremsflüssigkeitsstand im Ausgleichsbehälter kontrollieren, evtl. Flüssigkeit entnehmen, um Überlaufen der Flüssigkeit zu verhindern).

Nach Einbau der Beläge und vor der notwendigen Probefahrt mehrmals Bremspedal betätigen, um das Lüftspiel an den Bremssätteln zu optimieren!