SCHADENSBEURTEILUNG BEI BREMSSCHEIBEN

SCHADENSBEURTEILUNG BEI BREMSSCHEIBEN

Nutzungsdauer der Bremsscheibe ist zu gering

Die Nutzungsdauer von Bremsscheiben wie auch von Scheibenbremsbelägen ist nur eine, wenn auch eine wichtige Komponente bei der Entwicklung einer Bremsanlage. Für normale Einsatzverhältnisse wird für viele Vorderachs-Anwendungsfälle angestrebt, dass zwei Sätze Scheibenbremsbeläge auf einer Bremsscheibe gefahren werden können. Um spezifische und höher gewichtete Zielsetzungen zu erreichen, wie z. B. Vermeidung von Kaltrubbelerscheinungen, kann die Nutzungsdauer auch unterhalb dieses Wertes liegen.

Die in der Praxis erreichten Nutzungsdauerwerte sind von folgenden Einflussgrößen abhängig:

  • Fahrverhalten des Fahrers
  • Verkehrsverhältnisse
  • topografische und klimatische Einsatzbedingungen
  • Schmutzeinwirkung
  • Gusswerkstoff und Gefügeausbildung der Bremsscheibe
  • Aggressivität des Scheibenbremsbelags
  • Leichtgängigkeit der Gleit- und Führungsteile und des Betätigungskolbens der Bremse

In Anbetracht der Vielzahl der Einflüsse stellt sich die Scheibennutzungsdauer in der Praxis als statistische Größe dar, wobei in der Verteilungsfunktion die oberen Werte um den Faktor 10–15 höher liegen als die unteren. Bezogen auf konkrete Laufstrecken kann der Bereich z.B. zwischen 20.000 und 300.000 km liegen, wobei in Einzelfällen noch Laufstrecken unterhalb und oberhalb dieser Grenzen möglich sind. Aus diesem Grunde kann auch seitens der Hersteller und Vertreiber keine Nutzungsdauergarantie abgegeben werden.