Technische Informationen

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Maßnahmen zur Geräuschreduzierung

Aufgrund zunehmenden Qualitätsbewusstseins akzeptieren Autofahrer Bremsgeräusche immer weniger. Zugleich schließen Fahrzeughersteller sie immer häufiger ausdrücklich aus den Garantiebedingungen aus.

Woher stammen diese teilweise unangenehmen Geräusche und wie kann man ihnen entgegenwirken?

Bremsen bringt aufgrund der trockenen Reibung zwangsläufig Vibrationen (Schwingungen) mit sich, die je nach Frequenz unterschiedlich wahrgenommen werden.
Im niederfrequenten Bereich spricht man u. a. gerne von Knarzen, Brummen oder Rubbeln, im mittel- und hochfrequenten Bereich z. B. von Quietschen oder Wirebrush.

Die unterschiedlichen Frequenzen werden durch den Reibwert von Belag und Gegenmaterial, die Reibgeschwindigkeit, die Temperatur und den Anpressdruck, die Dauer der Anregung und natürlich durch die Form aller beteiligten Bauteile sowie ihr Schwingungs- und Dämpfungsverhalten maßgeblich beeinflusst. Klimatische Bedingungen, wie Lufttemperatur oder -feuchtigkeit, spielen ebenfalls eine erhebliche Rolle.

Grundsätzlich sind alle Brems- und Fahrwerksteile bis hin zur Gummilagerung an der Karosserie an der Geräuschbildung beteiligt, vornweg die komplette Bremse, wobei die Bremsscheibe als „Lautsprecher“ zu betrachten ist. Auch das komplette Rad, d. h. Felge und Reifen, hat hier je nach Bauform, Größe und Beschaffenheit erheblichen Einfluss.

Um Bremsgeräuschen entgegenwirken zu können, wird seit vielen Jahren intensive Ursachenforschung betrieben. Die Ergebnisse fließen in eine sehr frühe Phase der Neufahrzeugentwicklung ein und tragen zur Komfortoptimierung bei.

So werden neue Bremsbelagmaterialien bereits im Rahmen ihrer Entwicklung eingehend auf Festigkeit, Reibwert, Eigenschwingungsverhalten und Dämpfungseigenschaften geprüft. Die Belagträgerplatte wird hinsichtlich Form, Material und Festigkeit optimiert und die Belagkontur angepasst. Je nach Frequenz kommen unterschiedliche Schrägen, Nuten, Zusatzmassen oder auch Zwischenschichten zum Einsatz.

Grundsätzlich können Bremsbeläge durch Klebefolien oder Federn mit dem Bremssattel verbunden werden oder man entkoppelt sie mithilfe von Dämmlacken, Dämmblechen oder Schmiermitteln.

Bei kritischen Bremsen werden die unterschiedlichen Maßnahmen häufig kombiniert, allerdings erfordern die entsprechenden Einbauvorschriften dann ein besonderes Augenmerk bei der Montage.

When you change the pads, check that the contact areas of the caliper are free from dirt and grease.

Aussparung im Blech:

Ausführung als Banana-Slot und abgesetztes Blech möglich

Schräge:

Segmentschräge, Antisegmentschräge, Tangentialschräge, Axialschräge, Oberbogenschräge

Ausgleichgewichte:

Unterschiedliche Form; Größe und Gewicht ausschlaggebend, auch an Bremssattel oder Halter

Nuten:

Radial-, Tangential-, Diagonalnut; X-Nut

Zwischenschicht:

Unterschiedliche Materialien, keilförmig

Dämpfungsblech / -lacke:

Unterschiedliche Beschichtungen, Kleber, Formen und Materialien

Geräuscheinstufungen nach Frequenzen

Tieffrequentes Quietschen: 1,5–4 kHz

  • Temperatur < 200 °C
  • Geschwindigkeit < 20 km/h
  • Druck < 30 bar

 

Hochfrequentes Quietschen: 8–15 kHz

Graunch: 70–200 Hz

  • Temperatur < 200 °C
  • Geschwindigkeit < 30 km/h
  • Druck > 15 bar

Reibgeräusche: 0–5 kHz

  • Temperatur < 200 °C
  • Geschwindigkeit < 30 km/h
  • Druck > 15 bar

 

Hochgeschwindigkeitsbrummen: 100–300 Hz

  • Temperatur > 100 °C
  • Geschwindigkeit > 160 km/h
  • Druck > 10 bar

 

Muhen: 200–600 Hz

  • Temperatur < 150 °C
  • Geschwindigkeit < 1 km/h
  • Druck < 10 bar

 

Ungebremstes Quietschen: 1.5–15 kHz

  • Temperatur < 150 °C
  • Geschwindigkeit < 5 km/h
  • Druck > 0 bar