Technische Informationen

Technische Informationen

Festsattelbremse

Der Festsattel besteht aus zwei Sattelhälften (Flansch- und Deckelteil), die jeweils bis zu vier Bremskolben beinhalten. Beide Teile, fest verschraubt (Dehnschrauben) und durch die so genannte Kanalbohrung hydraulisch verbunden, bilden den „Festsattel“.

Dieser ist im Fahrzeug an der Radaufhängung (Achsschenkel, Achsflansch) oder bei der Inboard-Bremse am Getriebe angeschraubt.

Zwischen zwei und acht Bremskolben bewirken beim Betätigen der Bremse (Aufbau des hydraulischen Druckes) gleichzeitig auf jeder Seite das Anlegen der Bremsbeläge an der rotierenden Bremsscheibe (Bremsstellung). Die Bremsbeläge werden im so genannten Sattelschacht geführt und abgestützt.

Der Sattelschacht muss sauber und unbeschädigt sein, um ein Klemmen bzw. Festrosten der Bremsbeläge zu vermeiden. Ein Verschieben des Belages gegen die Bremsscheibe wäre in diesen Fällen nicht möglich (keine Bremswirkung).

Nach Druckabbau (Beendigung der Bremsung) werden die Bremskolben – wie unter „Funktion der Scheibenbremse“ beschrieben – aufgrund des „Rollbacks“ zurückgezogen und die Bremsbeläge durch die Spreizfeder zur Anlage an den Kolben gezwungen. Die Bremsscheibe kann jetzt aufgrund des Lüftspiels frei durchlaufen.

Um den Belagschrägverschleiß im scheibeneinlaufseitigen Teil zu kompensieren, haben einige Festsattelkolben einen „Kolbenabsatz“. Dieser Kolbenabsatz muss stets seine vorgeschriebene Position zur Scheibeneinlaufseite haben (Werkstatthandbuch-Anweisung beachten).

Ist dies nicht der Fall, so ist seine Aufgabe aufgehoben, und es kann zusätzlich zu unangenehmen Bremsgeräuschen kommen.

Bei verdrehtem Kolben ist dieser mit Hilfe einer Kolbendrehzange und mit vorgeschriebener Kolbenlehre in die angegebene Position zu drehen.